So kommen Sie zur Förderung für Ihren Kachelofen

In vielen Bundesländern und Gemeinden wird der Kachelofen gefördert. Mit welchen Förderungen Sie rechnen können und wie man diese beantragt, erfahren Sie hier.

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In vielen Gemeinden und Ländern gibt es eine Förderung für den Kachelofen © Ridofranz iStock

Der Weg durch den österreichischen Förderungsdschungel wirkt auf den ersten Blick undurchschaubar: Bei Förderungen für Heizsysteme haben die Energieberatungsstellen der Länder in den meisten Fällen gar keinen Überblick zu den Energieförderungen der Gemeinden im jeweiligen Bundesland. Zunächst gilt es zu unterscheiden, ob es eine Förderung des Bundeslandes und/oder der Heimatgemeinde gibt. In vielen Fällen gibt es Zuschüsse von beiden Stellen. Der Österreichische Kachelofenverband hat eine Übersicht der Landes- und Gemeindeförderungen für Kachelöfen in ganz Österreich erstellt (Stichtag 4. September 2017).

Landesförderungen – Vorarlberg Spitzenreiter

Auf Ebene der Bundesländer gibt es aktuell Förderungen für Kachelöfen, mit Ausnahme von Kärnten, Steiermark und Wien. Hier zählt Vorarlberg mit einer Landesförderung bis zu 3.500 € zum Spitzenreiter bei der Höhe der Unterstützung. Zu beachten sind jedoch die Förderbedingungen.

Die finanziellen Zuschüsse in den Bundesländern Burgenland (bis zu 1.300 €), Niederösterreich (bis zu 3.000 €), Oberösterreich (bis zu 1.700 €), Salzburg (bis zu 2.600 €) und Tirol (bis zu 25 % der Kosten) sind ebenso bedeutend. Die Art der Förderung ist in allen Bundesländern, ausgenommen Tirol, ein nicht rückzahlbarer Zuschuss. In der folgenden Tabelle sind die aktuellen Landesförderungen inklusive der wichtigsten Förderbedingungen angeführt.

BUNDESLANDFÖRDERHÖHE *FÖRDERBEDINGUNGEN *LINK *
Burgenlandbis zu 1.300 €-) keramische Speichermasse (100 kg / kW)
-) Heizlast bei sanierten Gebäuden zu 75 % durch Heizgerät abgedeckt; bei Gebäuden mit Heizwärmebedarf unter 50 kWh/m² mind. 50 %
-) Heizlastberechnung oder ein gültiger Energieausweis
Weiterführende Information zur Förderung
Kärnten(keine Förderung)----
Niederösterreichbis zu 3.000 €-) Kachelofen-Ganzhausheizung mit Pufferspeicher
-) Tausch eines alten Öl- oder Gaskessels oder einer Gastherme
Weiterführende Information zur Förderung
Oberösterreichbis zu 1.700 €Kachelofen-Ganzhausheizung Weiterführende Information zur Förderung
Salzburgbis zu 2.600 €Listung des Einsatzes unter
Produktdatenbank des Landes Salzburg
Weiterführende Information zur Förderung
Steiermark(keine Förderung)----
Tirolbis zu 25 % der Gesamtkosten-) Im Rahmen der Wohnbauförderung (Darlehen)
-) Kachelofen-Ganzhausheizung; Wirkungsgrad mind. 85 %
Weiterführende Information zur Förderung
Vorarlbergbis zu 3.500 €-) Kachelöfen als Zentralheizung (Kachelofen-Ganzhausheizung)
-) Mindestwirkungsgrad 85 %
-) Förderbonus 2.500 € bei ersetzen einer Öl- oder Gas-Zentralheizungen oder einer Elektrodirektheizung
-) im Neubau Kombination mit Solar- oder Photovoltaik
Weiterführende Information zur Förderung
Wien(keine Förderung)----
* Kein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben.

Gemeindeförderungen – bis zu 2.000 €

In 114 Gemeinden werden Kachelöfen gefördert – das ist mehr als jede 20. Gemeinde in Österreich. Dabei gibt es starke regionale Unterschiede. Besonders viele Gemeindeförderungen gibt es in Vorarlberg, wo in fast 40 % der Gemeinden Kachelöfen bzw. Kachelofenganzhausheizungen gefördert werden, sowie in Salzburg, wo es in fast jeder vierten Gemeinde einen finanziellen Zuschuss gibt. Auch in der Steiermark und Niederösterreich gibt es eine bedeutende Anzahl von Gemeinden mit Unterstützung.

Die Förderhöhe in den Gemeinden ist von niedrigen dreistelligen Beträgen bis hin zu 2.000 € breit gestreut. Die Art der Förderung ist in nahezu allen Fällen ein nicht rückzahlbarer Zuschuss und kein Darlehen. Hier finden Sie den Überblick zu den Gemeindeförderungen.

Schritt für Schritt – Förderantrag einreichen

Aufgrund der verschiedenen Förderungen und der umfangreichen Richtlinien, scheinen die Anträge oft komplex und aufwendig. Mit den folgenden Punkten soll hier ein kurzer Überblick mit einer konkreten Anleitung aufgezeigt werden.

  1. Verschaffen Sie sich vor der Detailplanung einen Überblick zu den möglichen Förderungen. Die wichtigsten Links dazu finden Sie hier oder fragen Sie direkt bei der Gemeinde bzw. bei der Landesstelle an.
  2. Berücksichtigen Sie die Richtlinien der Förderung der Gemeinde bzw. des Bundeslandes bei der Planung des Kachelofens.
  3. Die Unterlagen sind fristgerecht bei der Gemeinde und/oder Landesstelle einzureichen.

Beispiel für einen Kachelofen-Förderantrag

Am Beispiel der Förderung für einen Kachelofen bei einem neugebauten Niedrigstenergiehaus (Heizwärmebedarf 20 kWh/m²a) in Höchst/Vorarlberg wird die Anleitung angewendet.

  1. Besuchen Sie die Website Ihrer Gemeinde: Die Gemeinde Höchst hat auf ihrer Homepage den Antrag der Biomasseförderung zu Verfügung. In diesem Formular wird auf die Förderzusage des Landes Vorarlberg verwiesen. Die Informationen der Landesförderung in Vorarlberg sind auf der (Homepage des Landes Vorarlberg) einsehbar.
  2. Der Kachelofen muss laut Richtlinie des Landes Vorarlberg als Zentralheizung ausgeführt sein. Die allgemeinen Fördervoraussetzungen (private Nutzung, Hauptwohnsitz, keine Nahwärmesysteme vorhanden, usw.) und technischen Voraussetzungen (Kombination mit Solaranlage, Mindestwirkungsgrad 85 %, Ausführung als Zentralheizung, usw.) werden erfüllt.
  3. Der vollständig ausgefüllte Förderantrag wird spätestens sechs Monate nach der Inbetriebnahme beim Amt der Vorarlberger Landesregierung eingereicht.
  4. Nach der Förderzusage des Landes Vorarlberg kann bei der Gemeinde Höchst die Förderung beantragt werden. Sie freuen sich über eine Förderung von bis zu 4.000 € (bis zu 2.000 € vom Land und 2.000 € von der Gemeinde Höchst).

Ihre Gemeinde hat keine Förderung? Sprechen Sie dort doch einmal an, dass es diese in anderen Gemeinden gibt. Sie wissen noch von einer Förderung, die hier nicht berücksichtigt wurde? Melden Sie sich bitte bei DI Johannes Mantler.

Aufgrund der umfangreichen Datenlage und der oftmaligen Kurzlebigkeit der Förderungen erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität der Angaben in diesem Artikel.