Blackout – Krisensicher mit dem Kachelofen und Kachelherd

Wien, im November 2021_ Laut Experten stellt sich nicht die Frage, ob, sondern wann es eintreffen wird: Ein europaweites Blackout, bei dem nicht nur die Stromversorgung ausbleibt, sondern auch die Infrastruktur jäh zusammenbricht. Ein Alltag, wie wir ihn in der heutigen Zeit nicht kennen, wird dann plötzlich Realität: Kein Strom, kein Licht, kein Computer, kein Handy, keine Heizung sind nur einige der Konsequenzen.

Blackout – gemeint ist ein flächendeckender Stromausfall des gesamten Netzes, der von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen dauern kann. Schwankungen im Stromnetz durch erneuerbare Energien, Naturkatastrophen oder Hacker-Angriffe sind nur einige der möglichen Ursachen.

Das alltägliche Leben würde sofort zum Stillstand kommen: Tankstellen funktionieren nicht mehr, Bankomaten geben kein Geld mehr aus, Öffis können nicht weiterfahren, Supermärkte können nicht mehr abrechnen bzw. können die Kühlung nicht lange aufrechterhalten. Die Liste lässt sich endlos lange weiterführen und zeigt, wie abhängig moderne Haushalte vom Stromnetz sind.

Moderne Haushalte sind abhängig

Während in den 1970er-Jahren die Österreicher noch Vorräte für zwei Wochen in ihren Haushalten eingelagert hatten, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall. Trotzdem liegt es an jedem einzelnem Haushalt sich für derartige Krisenfälle vorzubereiten. Experten empfehlen sich einen Camping-Urlaub im eigenen Zuhause vorzustellen und für folgende Dinge zu sorgen:

  • Lebensmittelvorräte für mind. 7 Tage pro Person, die keine Kühlung benötigen, wie Getreideprodukte, Öle etc.
  • Trinkwasservorrat für mind. 7 Tage pro Person
  • Stromunabhängige Beleuchtung, wie zB Taschenlampen mit Batterien
  • Batteriebetriebener Radio, Kurbelradio
  • Bargeld
  • Hygieneartikel und Erste Hilfe-Paket
  • Notstromversorgung, zB mittels Notstromaggregats
  • Notfall-Heizung
  • Notfall-Kochgelegenheit, wie zB Gaskocher

Gerade auch in der kalten Jahreszeit stellt das Heizen und die Warmwassererzeugung im Falle eines Blackouts ein großes Problem dar. Heutzutage kommen viele Heizformen kaum ohne Strom aus: Gastherme, Wärmepumpe, Pelletsheizungen sind elektronisch betrieben und gesteuert.

Autarkes Heizen mit dem Kachelofen

„Daher rückt der Kachelofen als nachhaltige, unabhängige Heizform wieder in den Fokus“, erklärt Thomas Schiffert vom Österreichischen Kachelofenverband. Der Kachelofen ist ein Heizgerät, das völlig autark ohne Strom funktioniert. In Österreich hat er eine Jahrhunderte lange Tradition. Einmal richtig angeheizt, nimmt sein massiver Wärmespeicher die Hitze rasch auf und gibt sie stundenlang als milde Strahlungswärme wieder ab. „Darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zu vorgefertigten Kaminöfen: Ein häufiges Nachlegen der Holzscheite ist nicht nötig, meist reicht es ein- bis zweimal pro Tag aus um den ganzen Tag über die Wärme zu genießen“, so Schiffert. Der Kachelofen wird individuell vom Hafner (Ofenbauer) geplant und gesetzt und wird mit Holz beheizt.

Voraussetzungen für einen Kachelofen sind ein Schornstein und ein tragfähiger Untergrund, da das Heizgerät mehrere hundert Kilogramm schwer ist.

Kochen, heizen, Warmwasser

Daneben findet sein Verwandter auch wieder Einzug in österreichische Küchen und Wohnräume: Der Kachelherd. Von der Funktionsweise ähnelt er dem Kachelofen mit dem Unterschied, dass er in erster Linie zum Kochen und Backen dient, angenehme Strahlungswärme abgibt und „nebenbei“ die Wohnung wärmt. Denn während des Kochens heizt sich die Speichermasse im Anbauteil des Herdes auf. Mit einem eingebauten Wasserschiff wird auch warmes Brauchwasser erzeugt. „Und Speisen, die durch langsames Köcheln ihre Geschmacksnote entfalten, gelingen besonders gut durch die verschiedenen Hitzezonen auf der Herdplatte eines Kachelherdes“, weiß Thomas Schiffert.

Waren Kachelofen oder Kachelherd früher hauptsächlich als riesige Modelle in der traditionellen Bauernstube bekannt, so sind sie heute auch als kleinere Modelle mit Sichtfenster zum Feuerschauen in modernen Niedrigenergiehäusern beliebt. Denn entgegen vieler Vorurteile überhitzen gerade sie moderne Häuser nicht. 

Übrigens sind Österreich und Europa zuletzt im Jänner 2021 nur knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt. Durch eine Überlastung kam es zu einem Leitungsausfall in Kroatien und in Folge zu Ausfällen in Südosteuropa. Durch Notall-Mechanismen konnte ein Blackout in ganz Europa verhindert werden.