Kachelofenverband

Die Kachel macht den Ofen

Von • Aug 10th, 2010 • Thema: Top Thema

Woher stammt sie denn nun die behagliche Strahlungswärme des Kachelofens? Warum genießt man als Schifahrer beim „Einkehrschwung“ die wohlige Atmosphäre in der Schihütte. Und warum schwören ganze Generationen auf den Kachelofen als beliebtestes Heizgerät Österreichs. Es sind neben den vielen anderen Elementen in diesem Heizgerät natürlich die Kacheln, von denen der Ofen seit Jahrhunderten seinen Namen hat. Was aber kaum jemand weiß: Was ist der physikalische Effekt und warum werden die Kacheln bis heute Stück für Stück von Hand gefertigt?

Kacheln als ideale Voraussetzung für behagliche Strahlungswärme
Der aus Kacheln gesetzte Kachelofen als hervorragender Wärmespender

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Eine Studie des Österreichischen Institutes für Baubiologie und -ökologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Materialphysik der Universität Wien bestätigt eindrucksvoll die optimalen Eigenschaften von Kacheln für ein behagliches Raumklima.

Der Mechanismus der Wärmeübertragung durch Strahlung stellt eine wesentliche Lebensgrundlage für den Menschen dar. Nur durch die Strahlung kann die Wärme der Sonne die Erde erreichen. Die Wirkung der Strahlung auf den Menschen hängt von ihrem Energieinhalt ab. Als Maß dafür kann die Wellenlänge herangezogen werden.

Je höher die Energie der Strahlung ist, desto geringer ist ihre Wellenlänge. Besonders energiereich sind radioaktive bzw. ultraviolette Strahlung.

Die behagliche Wärmestrahlung eines Kachelofens erfolgt aber in einem deutlich energieärmeren Bereich. Es handelt sich dabei um den milden Infrarotbereich.

Für den Kachelofen besonders geeignete Materialien zeichnen sich dadurch aus, dass die Intensität der Strahlung in diesem Bereich möglichst nahe der maximal möglichen liegt. Die maximal mögliche Strahlung wird vom idealen “schwarzen Strahler” abgegeben, wobei der Begriff “schwarz” hier nicht mit der Oberflächenfarbe in Zusammenhang steht.

Kacheln strahlen bei allen Temperaturen ausgezeichnet

Interessant ist es auch der Frage nachzugehen, ob Kacheln bei allen auftretenden Temperaturen gleich gut strahlen. Die Oberflächentemperaturen von Kachelöfen bewegen sich üblicherweise in einem Bereich von 35 bis ca. 120 °C. Dabei ist zu beobachten, dass der Trend deutlich zu niedrigeren durchschnittlichen Oberflächentemperaturen geht. Dies liegt darin begründet, dass die Wärmedämmung der Häuser immer besser wird. Daher muss ein gleich großer Kachelofen in einem neu errichteten Gebäude eine geringere Leistung erbringen. Dies führt dazu, dass die mittlere Temperatur des Ofens geringer sein muss.

Die Strahlungszahl C ist ein Maß für die Intensität einer Strahlung bei einer bestimmten Temperatur.  Alle Kacheln weisen im untersuchten Temperaturbereich konstant gute Strahlungseigenschaften auf und sind daher sowohl bei Kachelöfen mit relativ niedrigen als auch bei höheren Temperaturen hervorragend einsetzbar.

Kacheln als wahrnehmbare Wärmequelle

Damit der Mensch die Wärmeabgabe eines Körpers wie zum Beispiel des Kachelofens wahrnimmt, muss dessen Temperatur über der Oberflächentemperatur der Haut liegen. Der Wert für die Haut liegt bei etwa 32ºC. Gerade in Situationen, in denen der Mensch ein gesteigertes Bedürfnis nach Wärme hat, wie zum Beispiel an einem kalten, nebeligen Wintertag, ist es wichtig, dass das Heizsystem eine höhere Oberflächentemperatur aufweist. Nur so kann der Mensch die Wärme auch deutlich spüren. Neben den messbaren Vorteilen hat diese Tatsache auch einen erheblichen psychologischen Effekt auf das Wohlbefinden.

Kacheln als Speichermaterial

Kacheln sind ein wesentlicher Bestandteil des Kachelofens. Sie haben jedoch nicht nur einen Einfluss auf die äußere Gestaltung des Ofens, sondern erfüllen auch noch eine andere wesentliche Eigenschaft. Kacheln tragen neben Schamotte entscheidend zum Wärmespeichervermögen des Kachelofens bei.

Kacheln und Schamotte sind daher hauptverantwortlich für den hohen Komfort, den ein Kachelofen bietet. Es muss nur ein bis zweimal pro Tag Holz aufgelegt werden, damit der Kachelofen den ganzen Tag seine milde, behagliche Strahlungswärme abgeben kann. Dadurch unterscheidet er sich auch von den meisten anderen Einzelraumheizungen. Diese Systeme geben meist nur in der Zeit Wärme ab, in der das Holz verbrennt. Kaum geht die Flamme aus, erlischt auch die Wärmeabgabe. Achten Sie daher auch bei der Leistungsangabe eines Ofens vor allem auch darauf, über welchen Zeitraum die Wärme bei einmaliger Brennstoffaufgabe genutzt werden kann.

Der Komfort beim Kachelofen ist mit nur zweimaliger Holzaufgabe sehr hoch, während im Fall eines Dauerbrandofens ca. jede Stunde nachgelegt werden muss.

Wenn der Bedienungskomfort des Kachelofens noch weiter gesteigert werden soll, so gibt es bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, eine Absperrautomatik einzubauen. Dabei ist es lediglich notwendig, den Brennstoff aufzugeben und anzuzünden, der Rest wird automatisch erledigt. Damit reduziert sich der ohnehin schon geringe Zeitaufwand für die gesunde, behagliche Wärme des Kachelofens auf ein Minimum.

Kacheln als ideales Gestaltungselement

Der Kachelofen stellt wohl das formschönste Heizsystem dar. Dabei spielen Kacheln, wie schon aus dem Namen erkennbar ist, eine entscheidende Rolle. Sie sind ein Naturprodukt und zeichnen sich durch viele nachweisbare Vorzüge aus. Was sind nun die Ursachen, die Kacheln so besonders machen?

Die Oberfläche

Kacheln haben eine angenehme, seidig-weiche Oberfläche. Sie laden richtig zum Berühren und Anlehnen ein. An ihrer Oberfläche kann man sich praktisch nicht verbrennen, auch Oberflächenrauheiten sind im Vergleich zu  verputzten Flächen nicht vorhanden.

Die Individualität

Kacheln gibt es in einer großen Zahl von Farben und Formen. Gemeinsam mit der Kreativität des Hafnermeisters entstehen Unikate, die das Leben angenehmer machen.

Die Reinigbarkeit und Wartungsfreiheit

Kacheln sind äußerst einfach zu pflegen. Wasser alleine genügt um die Schönheit zu bewahren. Kacheln müssen außerdem im Gegensatz zu verputzten Flächen nicht gewartet werden, zeigen mit der Zeit keine Sprünge oder Verfärbungen, sind mit dem Alter immer schöner und können daher auch spätere Generationen weiter erfreuen.

Die Natürlichkeit

Kacheln bestehen aus natürlichen Materialien und befriedigen daher das Bedürfnis des Menschen nach einer lebenswerten Umwelt.

Der echte Kachelofen stellt also ein natürliches, individuelles, schönes und langlebiges Produkt dar. Dies wird auch durch eine Studie einer deutschen Consultingfirma untermauert, in der festgestellt wird, dass ein Haus mit einem Kachelofen deutlich leichter und zu einem höheren Preis wiederverkauft werden kann als ein Haus ohne Kachelofen.

Handmade

Ofenkacheln können nicht wie zum Beispiel Fliesen in Serie hergestellt werden. Man braucht dafür Manufakturen. Kaum vorstellbar: Aber Kacheln werden von anno Dazumal bis heute Stück für Stück einzeln hergestellt: Geformt, bemalt, gefärbt, gebrannt. Auch deshalb ist jeder einzelne Kachelofen, den der Hafnermeister setzt ein Unikat.

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Der Österreichische Kachelofenverband ist die Dachorganisation der österreichischen Hafner und ihrer Zulieferindustrie. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Hafnerprodukte (Kachelofen, Kachelkamin, Kachelherd, Ganzhausheizung,…), die Betreuung von Hafnern, die Beratung von Endkunden, die Aus- und Weiterbildung der Hafnermeister, Öffentlichkeitsarbeit für Hafnerprodukte (Kachelöfen, Kachelkamine, Kachelherde, Ganzhausheizungen,…) und die Veranstaltung der größten europäischen Fachmesse für Kachelofenbau und Wohnkeramik, KOK Austria. Der Österreichische Kachelofenverband betreibt die Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner, die führend bei der Entwicklung von Kachelofen & Co. ist. Die Webseite enthält wesentliche Informationen (auch Bilder) zu Kachelofen, Heizkamin, Herd, Speicherofen, Grundofen, Backofen, Kachelofenheizung. Mehr Informationen zum Österreichischen Kachelofenverband finden Sie hier.
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