Südtiroler wurde VEUKO – Europameister
Von marika • Feb 16th, 2010 • Thema: Top Thema, Unser LeitartikelEindrucksvolle Siegerehrung vor 800 Besuchern des Festabends der KOK Austria 2010
Schon im Vorfeld der KOK Austria 2010 war klar, dass die 2. Europameisterschaft der Vereinigung europäischer Verbände des Kachelofenbauer – Hafnerhandwerks (VEUKO) am 27. und 28. Januar ein besonderes Highlight der bedeutendsten europäischen Fachmesse der Kachelofenbranche werden würde. Insgesamt vertraten neun Junghafner ihre Landesverbände aus acht Nationen. Sie alle mussten an den beiden Wettkampftagen je einen Musterofen setzen, dessen Ausführung von einer internationalen Fachjury detailliert bewertet wurde. Dabei gewann schließlich Siegbert Bergmeister aus Südtirol mit sicherem Vorsprung und wurde von VEUKO – Präsident Robert Salvata bei der Abschlusszeremonie geehrt, die erstmals im Rahmen des Festabends stattfand.
Eindrucksvolle Siegerehrung: Im Vordergrund (v.l.n.r.) VEUKO-Präsident Robert Salvata, Juryvorsitzender Fred Becker, VEUKO-Vizepräsident Dr. Schiffert, Moderatorin Simona Pindeus, Jan Koutecký (3. Platz), Siegbert Bergmeister (VEUKO-Europameister) und Andris Egger (2. Platz).
Babylonisches Sprachgewirr
Was im europäischen Parlament in Brüssel im großen Rahmen Alltag ist, erlebten die KOK – Besucher und die Wettkampfbeteiligten in Wels im Kleinen. Der sprachlichen Vielfalt konnte man nur mit Hilfe von Dolmetschern und Betreuern Herr werden. Da war zunächst das Starterfeld: Mattias Schmidt für Deutschland, Doliana Mattia aus Italien, Walter Oliver Muglach für Österreich, Andris Egger für die Schweiz, Lubos Pajunk für die Slowakei, Tomaz Jeram für Slowenien, Siegbert Bergmeister für Südtirol, Jan Koutecký für Tschechien und Miksa Korcz für Ungarn.
Ebenso europäisch gemischt präsentierte sich die Jury: Der Vorsitzende Fred Becker stammt aus Luxemburg, Eric Damiani aus Italien, BIM Wolfgang Ivancsics aus Österreich und András Nagy vertrat Ungarn. Allesamt sorgfältig beobachtet von VEUKO Präsident Robert Salvata aus der Slowakei, der auch als Betreuer für den Teilnehmer seines Landes fungierte.
Kampf um jeden Millimeter
Die international geballte Hafner-Power sah sich am Dienstag – dem Tag vor dem eigentlichen Wettbewerb – damit konfrontiert, dass alle nur die Kachelware auslegen, einen Grundriss zeichnen und den Sockel aufbauen durften. So richtig los ging es dann am Mittwoch. Aufgrund der genauen Vorschriften für die Arbeitszeiten standen ab 07.00 Uhr früh bis zum Donnerstagabend 18.00 Uhr nur 20 Stunden zur Verfügung, um einen Ofen (ausgelegt für eine Leistung von 3,8 kW) in modernem Design mit Sichtglastüre so fertig zu stellen, wie es in den Wettkampfvorschriften definiert war.
Wie Miksa Korcz aus Ungarn bemühten sich alle Teilnehmer der VEUKO-Europameisterschaft um Präzision.
Danach war ein Grundofen in traditioneller Bauweise ohne Luftspalt zu setzen, wobei nur der Brennraum, der Sturz- und der Steigzug gebaut werden mussten. Der Brennraum sollte freigestellt bleiben. Die Hüllengestaltung war teils mit verkachelter, teils mit verputzter Oberfläche auszuführen.
Dabei waren die Kacheln um den Brennraum herum vorgesehen, während die Bereiche Sturz- und Steigzug, sowie der Sockel verputzt werden mussten.
Zweimal täglich erschien die Jury auf der Wettbewerbsfläche in der Messehalle 6 um die Arbeitsfortschritte zu bewerten. Dabei hatten die Herren Richter wirklich einiges zu beachten. Denn es galt, insgesamt 24 Kriterien zu überprüfen, bei denen es zum Teil um Bruchteile von Millimetern ging. Dabei wurden die Arbeiten aufgrund von Toleranzbereichen bei den Abweichungen von der Maßgenauigkeit mit Punkten bewertet. 400 Punkte wären rein rechnerisch zu erreichen gewesen. Ein Idealwert freilich, der in der Praxis nicht zu schaffen war. Immerhin kam der Sieger auf stolze 320,3 Punkte.
Ehrung mit TV – Moderatorin und Sponsoren
Der Festabend ist traditionell der gesellschaftliche Höhepunkt der KOK Austria. Diesmal war er nicht nur besonders bunt und vielfältig, sondern bot zum ersten Mal auch den angemessenen Rahmen für die Siegerehrung eines Wettbewerbes. Die hatten nämlich in der Vergangenheit immer am letzten Messetag kurz vor dem offiziellen Veranstaltungsschluss stattgefunden. Am 28. Januar 2010 stand der Event mit rund 800 Festgästen für eine knappe Stunde ganz im Zeichen der VEUKO.
Die bekannte ORF-Moderatorin Simona Pindeus war als Talkmasterin gewonnen worden und führte schwungvoll durch den so genannten offiziellen Teil, zu dem diesmal eben auch die Siegerehrung der Europameisterschaft gehörte. Eingangs bat sie VEUKO – Präsident Salvata und den Jurychef Fred Becker auf die Bühne. Während Robert Salvata im Interview Wissenswertes über die VEUKO und ihre Bedeutung als internationaler Repräsentant der europäischen Hafnerschaft erzählte, beschrieb Becker die Kriterien der Europameisterschaft und würdigte die Gesamtleistung aller Teilnehmer.
Vor dem großen Augenblick der Verkündung der Ergebnisse wurde es dann noch eng auf der Bühne. Schließlich wollte sich die VEUKO auch unbedingt bei den unterstützenden Firmen des Bewerbes bedanken und deshalb wurden Repräsentanten der elf Hauptsponsoren ins Scheinwerferlicht geholt. Immerhin hatten die Firmen (in alphabetischer Reihenfolge) Dahm, Kaufmann, Ortner, Palette CAD, PCI, Radeburger, Rath, Sommerhuber, WGS, WOK und Ytong Material und Preise von insgesamt nicht weniger als 15.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Dann der Augenblick der Wahrheit: Simona Pindeus bat den Juryvorsitzenden um Bekanntgabe der Ergebnisse. Der machte es natürlich spannend und begann mit Platz 3. Den hatte Jan Koutecký aus der Tschechischen Republik erreicht. DI Dr. Thomas Schiffert überreichte ihm in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der VEUKO die Urkunde und einen Geld- und Sachpreis, den alle drei Erstplatzierten erhielten. Platz 2 ging an Andris Egger aus der Schweiz, der seine Preise von Fred Becker entgegen nahm.
Bei Platz 1 und damit beim VEUKO – Europameister ließ es sich Präsident Robert Salvata natürlich nicht nehmen, den Sieger selbst zu ehren. Der 22jährige Südtiroler Siegbert Bergmeister konnte dann voll Stolz den zahlreichen Kameras seine Urkunde mit der Aufschrift „1. Platz“ präsentieren.
Zum guten Schluss der Ehrung bekamen alle Platzierten noch ihre Teilnehmerurkunde und die erfreuliche Mitteilung, dass alle sowohl das Werkstück, als auch alle verbliebenen Materialien als Sachpreise mit nach Hause nehmen können.





