Bündelung der Kräfte
Von GDB • Sep 30th, 2009 • Thema: ZwischenrufMit diesen Worten habe ich zuletzt an dieser Stelle über einen Teil der aktuellen Strategiekonzepte berichtet, die helfen sollen, die Zukunft unserer Branche zu sichern. Inzwischen stelle ich (durchaus mit gewisser Freude) fest, dass aus den drei Worten so eine Art Slogan geworden ist, den auch genau jene gerne annehmen und selbst verwenden, die wir

als Partner gewinnen wollen und streckenweise schon gewonnen haben.
Nehmen Sie beispielsweise die Tatsache, dass es mit tatkräftiger Unterstützung von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ivancsics gelungen ist, die Zusammenarbeit des Verbandes mit der Landesinnung Kärnten auf eine neue Basis zu stellen. Wie dieser Ausgabe der KR zu entnehmen ist, wurde die Intensivierung der Kooperation anlässlich der Fachgruppentagung in Klagenfurt besiegelt.
Ein weiteres Beispiel ist der Ausbau der Beziehungen zwischen Kachelofenverband und Fliesenverband. Auch hier wird es eine Bündelung geben, die weit über die bisherige Wahrnehmung gemeinsamer Interessen hinausgeht. Die hatten sich nämlich im Wesentlichen auf die Beteiligung der Fliese an der KOK Austria beschränkt. Nun wollen wir auch unsere technologische Fachkompetenz in konkrete Projekte der beiden Verbände einbringen.
Drittens haben wir (wie ich das in der letzten Ausgabe schon angekündigt hatte) ganz konkrete Schritte unternommen, um den Verband als geradezu unverzichtbaren Berater in Sachen Umwelt und Energie in allen politischen Ebenen zu etablieren. Flapsig ausgedrückt könnte man sagen: Wir wollen den Politikern mal sagen wo’s lang geht. Da reden nämlich sehr viele über den Umweltschutz und die Rettung der Welt vor der Klimakatastrophe und haben nicht wirklich Ahnung davon.
Das ist auch eine Bündelung der Kräfte – und eine ganz wichtige. Gemeinhin spricht man dabei von Lobbying – ein Wort das ich hier auch schon gebraucht habe. Was ist das eigentlich? Das englische Wort „Lobby“ bezeichnet nicht nur den Empfangsbereich eines Hotels, sondern auch die Vorhalle eines Parlamentes. Ein Ort an dem sich nicht nur Abgeordnete treffen, sondern auch deren Referenten, Berater, hochrangige Beamte und Fraktionsvertreter. Gespräche, die dort geführt werden, können anstehende Beschlussfassungen entscheidend beeinflussen. Daraus hat man den Begriff Lobby so abgeleitet, wie er nicht nur in der Politik, sondern auch im Geschäftsleben und in sozialen Netzwerken verwendet wird: Nämlich als Bezeichnung für eine Interessensvertretung.
Der Österreichische Kachelofenverband war zwar immer bemüht – und zwar mit einigem Erfolg, wie man etwa an der neuen Europanorm sieht, die auf der von der Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner entwickelten ÖNorm beruht – als Interessensvertretung aufzutreten. Er hat sich aber auf fachspezifische Themenkreise beschränkt. Heute sehen wir, dass es notwendig ist Lobbying auf eine viel breitere gesellschaftspolitische Basis zu stellen.
Da werden sich vor allem die Hafner unter den Lesern fragen: „Was hab ich davon?“. Nun – sehr viel. Denken sie nur daran, dass es in unserem Lande – aber zum Beispiel auch in der Schweiz und in italien – im Zuge der Feinstaubproblematik ernsthafte Diskussionen darüber geben hat, in Städten und Regionen Heizverbote für Holz zu erlassen. Und wo man keine Scheiter verbrennen darf, kann man schwerlich Kachelöfen verkaufen.
Gerade bei solchen Vorhaben, die ganz schnell einmal beschlossen werden können, wenn die Herrschaften in der Politik Handlungsbedarf sehen, weil zum Beispiel die Medien irgendwelche Ängste schüren, ist es ganz wichtig, frühzeitig Bescheid zu wissen. Dann hat man die Chance, Fachkompetenz einzusetzen, um voreilige Maßnahmen zu verhindern, die nicht nur wenig sinnvoll sind, sondern vor allem der Branche ernsthaften Schaden zufügen würden.
Um hier wirkungsvoll eingreifen zu können brauchen wir sie, die Bündelung der Kräfte. Innerhalb und außerhalb der Branche.
Wolfgang Kippes





