Kachelofenverband

Warum nicht jeder Rucksack Gutes enthält

Von • Jun 24th, 2009 • Thema: Zwischenruf

Für Leute, die mich kennen, wäre es bestimmt eine schmunzelverdächtige Angelegenheit, sich den Kippes mit einem Rucksack vorzustellen. Und dennoch: Ich habe einen umhängen – wie Sie alle auch. Gemeint ist der CO2 – Rucksack. Der war besonders am 5. Juni in aller Munde. Da war nämlich Umwelttag und aus diesem Anlass fanden im Vienna International Centre Umweltgespräche statt.
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An denen hat auch der Kachelofenverband als klima:aktiv Partner und unmittelbar am Umweltschutz beteiligte Organisation teilgenommen. Deshalb möchte ich heute einmal in diesen emissionsgefüllten Rucksack hineinschauen.

Da drin verbirgt sich nämlich eines der Probleme, das wir alle lösen müssen, wenn Österreich den ehrgeizigen EU–Zielen folgen will, die neuerdings mit der Formel 20-20-20 definiert werden. Damit ist gemeint, dass bis 2020 eine 20 prozentige Reduktion des CO2 - Ausstoßes erreicht werden muss und dafür eine Steigerung des Verbrauches erneuerbarer Energien um ebenfalls 20 Prozent. „Jaja“ sagen wir da alle im Chor und meinen, dass die internationale Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft – und wer auch immer das schon hinbekommen wird. Dieses „Wer auch immer“ schließt dann in aller Regel einen aus: Die eigene Person nämlich. Also den erwähnten Rucksackträger.

Auf dem Kongress hat der renommierte Wissenschaftler Stefan Schleicher von der Uni Graz einen viel beachteten Vortrag darüber gehalten, wo die Potentiale zum Erreichen der 20-20-20 Geschichte eigentlich liegen. Schleicher meint, dass unser aller Möglichkeiten mit den Schlagworten „Dienstleistungen“, „Anwendungen“ und „Transformation“ zu bezeichnen sind. Wenn man davon ausgeht, dass mit „Transformation“ das Ersetzen der verpulverten fossilgebundenen Energievarianten durch erneuerbare Energieformen zu verstehen ist, dann sind wir mit unserem Kachelofen als Biomasse-Spezialisten schon ganz gut im Rennen.

Lassen Sie mich aber noch ein paar Takte zu den beiden anderen Stichworten sagen: Bei den „Anwendungen“ geht es um alle technischen Ressourcen, die wir einerseits im ganz persönlichen Alltag und andererseits im Betrieb – also vor allem in der Produktion – einsetzen. Das fängt bei der Glühbirne und bei der Standby-Kontroll-Diode an, die wie das ewige Licht an Fernsehern, DVD-Rekordern und Sat – Empfängern vor sich hin glimmt. Es betrifft aber genauso Werkzeuge und Maschinen, wo man mit intelligenten Neukonfigurationen Strom (also wieder ein bisschen von dem Rucksackinhalt) sparen kann. Ich verweise dabei auf den per Newsletter und auch hier in der KR vermeldeten „Energiecheck“, den auch jeder Hafner günstig wie nie machen lassen kann.

Bei Thema „Dienstleistungen“ ist vornehmlich die Logistik gemeint. Also die Transportwege von Rohstoffen und Gütern. Schleicher nannte da „Wärme aus Sibirien“, „Knoblauch aus China“ und „Kartoffeln aus Australien“. Mir fallen schlichtweg Weintrauben ein. Ich habe ja ein Häuschen im Burgenland und da wachsen ebendiese vor sich hin und werden nicht nur für den Wein gebraucht. Man isst sie auch gerne. Aber muss das unbedingt im Februar sein? Da kommen sie nämlich aus Chile und fliegen dabei 12.100 Kilometer von Santiago nach Frankfurt und werden von dort per Lkw noch einmal 710 Kilometer nach Wien gekarrt. Dabei verbraucht jedes einzelne Kilo Weintrauben 7,41 Kilo CO2. Das ist das 838-fache der Menge, die für den Transport aus dem Burgenland anfällt. Da sind es nämlich gerade einmal 8,8 Gramm CO2 pro Kilo.
Wir wollen und müssen, so ein Ergebnis jener Umweltgespräche, zur „Post-Carbon Society“ werden. Dafür stehen die drei erwähnten Schlagworte, die auch mit den (inzwischen wohl unvermeidlich gewordenen) englischen Begriffen: „Low distance“, „Low energy“ und „Low carbon“ helfen sollen, den Rucksack von Ungutem zu befreien. Auf dem Sektor „Low carbon“ – also bei den erneuerbaren Energieformen – gehört unsere Branche bereits zu den Musterschülern, weil wir zu Holz als Brennstoff stehen. Wenn wir alle gelegentlich auch etwas mehr an die beiden anderen Themen – also Energiesparen und effiziente Transportwege – denken, werden wir vollends zu jenen gehören, die doch nur Gutes im Rucksack haben.

Wolfgang Kippes

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Der Österreichische Kachelofenverband ist die Dachorganisation der österreichischen Hafner und ihrer Zulieferindustrie. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Hafnerprodukte (Kachelofen, Kachelkamin, Kachelherd, Ganzhausheizung,…), die Betreuung von Hafnern, die Beratung von Endkunden, die Aus- und Weiterbildung der Hafnermeister, Öffentlichkeitsarbeit für Hafnerprodukte (Kachelöfen, Kachelkamine, Kachelherde, Ganzhausheizungen,…) und die Veranstaltung der größten europäischen Fachmesse für Kachelofenbau und Wohnkeramik, KOK Austria. Der Österreichische Kachelofenverband betreibt die Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner, die führend bei der Entwicklung von Kachelofen & Co. ist. Die Webseite enthält wesentliche Informationen (auch Bilder) zu Kachelofen, Heizkamin, Herd, Speicherofen, Grundofen, Backofen, Kachelofenheizung. Mehr Informationen zum Österreichischen Kachelofenverband finden Sie hier.
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