Wir haben reichlich Holz vor der Hütte
Von admin • Apr 17th, 2009 • Thema: Top Thema, Unser LeitartikelVersorgungssicherheit ist eines der Hauptargumente beim Heizungskauf.
Das Thema Versorgungssicherheit bei Energieträgern war eine der Top – Fragen an den Informationsständen des KOV auf den Endverbrauchermessen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Eigentlich sollte es allgemein bekannt sein, dass wir bei Öl und Gas den ausländischen Lieferanten mit Haut und Haar ausgeliefert sind. Offenbar haben aber immer noch viel zu viele Menschen nicht erkannt, wie wertvoll der heimische Rohstoff Holz ist. Dieses Informationsdefizit bestätigt auch eine der jüngsten Umfragen des market – Institutes, in der nach den Zukunftsängsten der Österreicher angesichts der Weltwirtschaftskrise gefragt worden war. Danach machen sich mehr als die Hälfte – nämlich 56 Prozent – Sorgen darüber, ob es demnächst noch genügend Energie gibt. Dabei haben wir wirklich genug Rohstoffe. Sie wachsen vor der Haustür.

Unser Wald – das unbekannte Wesen. So scheint das zu sein obwohl Österreich zu den waldreichsten Ländern Europas gehört. Trotzdem: In der Bundeshymne kommt der Wald nicht vor. Vielleicht war es der Autorin derselben, Paula von Preradovic einfach selbstverständlich erschienen, dass auf den Bergen und am Strome eben auch Bäume herumstehen. Ein ähnliches Bild in den Bundesländern. Die Hymnen von fünf Ländern gönnen dem Wald keine Musiknote. In der Steiermark ist wenigstens von Eichen die Rede, die kein Sturmwind je gebeugt hat und Vorarlberg besingt den harzigen Tannenduft. Ausdrücklich kommt das Wort „Wälder“ nur in den Hymnen Niederösterreichs und Salzburgs vor. Wahrscheinlich wissen wir wirklich zu wenig über den heimischen Baumbestand – trotz gezählter 141 Waldlehrpfade.
Dabei sind es ungeheurliche Zahlen, die da herauskommen, wenn man den österreichischen Holzvorrat näher betrachtet. Unser Bundesgebiet umfasst 8.390.000 Hektar. Der Wald ist die gründe Hälfte Österreichs. Rund 47 Prozent – genau 3.924.000 Hektar – sind bewaldet. Das heißt: Wir haben fast eine Milliarde Festmeter Holz. Jährlich kommen knapp 30 Millionen Festmeter dazu. Davon werden aber nur rund 20 Millionen Festmeter geschlagen. Das wiederum bedeutet, dass die Waldfläche jährlich um 7.700 Hektar zunimmt – etwa 77 Quadratkilometer. Das ergibt die Fläche von 10.800 Fußballfeldern.
Tüftler haben errechnet, dass bei uns jede Sekunde ein Kubikmeter Holz dazu kommt. Somit wächst – rein theoretisch natürlich – alle 30 Sekunden ein komplettes Holzhaus. Daraus ergibt sich natürlich auch eine gewaltige wirtschaftliche Bedeutung. Der Waldverband Steiermark hat einmal recherchiert, was das für die Erwerbstätigen bedeutet. Demnach leben in Österreich rund 250.000 Menschen von der Forst- und Holzwirtschaft. Mal abgesehen von rund 135.000 Waldbesitzern arbeiten jeweils 10.000 als Forstangestellte und –arbeiter, 44.000 in Tischlereien, 27.500 in der holzverarbeitenden Industrie, 10.000 in der Papier- und Zellstoffindustrie, 9.500 in Sägewerken, 8.700 in Zimmereien und 5.100 im Holzhandel.
Von den geernteten 20 Millionen Festmetern gehen zwei Drittel in den Bau und ein Drittel in alle anderen Holzprodukte. Nur ein Fünftel wird zu Energieholz. Womit wir wieder beim Kachelofen wären und bei den Endverbrauchern, denen mit solchen Zahlen erst einmal ihre Energierohstoffängste ausgetrieben werden können. Noch wichtiger sind aber für die Kachelofenbesitzer die Informationen, die sie nicht nur bei den Info–Ständen des KOV bekommen, sondern im Prinzip von jedem Hafner: Alles Wissenswerte über trockenes Holz, das richtige Anheizen und die Bedeutung des Absperrens.
Zum Drüberstreuen – und als letzte Entscheidungshilfe für unschlüssige Interessenten – vielleicht noch die Info, dass 1.000 Liter Heizöl durch fünf bis sechs Raummeter Hartholz (wie Eiche, Buche, Birke oder Robinie) ersetzt werden kann oder dass die Heizleistung dieser Ölmenge auch mit sieben bis acht Raummetern Weichholz (Fichte, Kiefer, Tanne oder auch Weide) erreicht wird. Zusammengefasst in eine vereinfachte Formel gebracht: Ein Liter Öl kann durch weniger als drei Kilo Holz ersetzt werden.





