Den Osterhasen soll man nicht wegraunzen
Von admin • Apr 17th, 2009 • Thema: ZwischenrufDen Osterhasen soll man nicht wegraunzen
Eigentlich schade, dass wir alle nicht mehr an den Osterhasen glauben. Die Sache mit den versteckten Eiern und Süßigkeiten war doch immer so putzig – wenn wir einmal davon absehen, dass letztere längst durch ganz andere Geschenke ersetzt wurden. Da fand sich neuerdings durchaus mal ein „Brilli“ für die Gesponsin im Osternest oder für die lieben Kleinen doch eher etwas Elektronisches statt Überraschungsei.

Wie auch immer: Alles das will man uns allen jetzt vermiesen. Durch ein Dauergeraunze über eine tiefschwarze Zukunft in allen wirtschaftlichen Belangen. Also ich mache da nicht mit. Klar: Wir haben Stagnation und in manchen Bereichen auch durchaus Rezession. Aber überall und bei Allem? Das glaube ich einfach nicht. Vor allem, wenn ich mir so ansehe oder anhöre, wer sich permanent mit düsteren Prognosen zu Wort meldet: Politiker – Wirtschaftsfunktionäre – Industriebosse – Hinz und Kunz (mit oder ohne Ahnung). Also genau jene, die an der Situation mindestens mitbeteiligt, wenn nicht gar schuld sind. Aber wie sehen eigentlich Herr und Frau Österreicher die gegenwärtige Situation wirklich? Worüber reden sie an den Stammtischen? Wie stark ist der Einzelne betroffen?
Das scheint kaum wen zu interessieren. Deshalb will ich einmal eine Lanze für die Vernunft von Otto Normalverbraucher brechen, der alles gar nicht so eng sieht (von einigen wirklich betroffenen Berufsgruppen natürlich abgesehen). Dazu nehme ich die letzten Studien zur Hand, die von dem Marktforschungsinstitut stammen, mit dem der Verband schon seit vielen Jahren bestens zusammen arbeitet. Market befragt nämlich in regelmäßigen Abständen die Endverbraucher nach ihrer „Sicht der Dinge“. Dabei kommen Ergebnisse heraus, die viele der täglich wechselnden (und immer irgendwie eingefärbten) Prognosen in anderem Licht erscheinen lassen: Bunter – freundlicher – geradezu österlicher.
Die allgemeine Stimmung der Österreicher angesichts der Wirtschaftskrise ist überwiegend optimistisch und deutlich besser als noch bei der letzten Umfrage im Oktober 2008. 53 Prozent sehen den nächsten zwei, drei Monaten mit Optimismus und Zuversicht entgegen. Nur jeder Vierte äußert Pessimismus und Skepsis. 22 Prozent trauen sich einfach gar keine Einschätzung zu. Die im Februar durchgeführte Umfrage sagt weiter, dass sogar 51 Prozent der Österreicher die von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Krisenbekämpfung für richtig und zielführend halten. Neben der Steuerreform, die allen etwas bringt, wurden vor allem das Banken-Hilfspaket, die Verschrottungsprämie und sogar die Kurzarbeitermodelle bei den besonders betroffenen Branchen als wichtigste und sinnvollste Maßnahmen bezeichnet.
Was bedeutet das nun für uns? Unsere Branche hat (so sagen mir die überwiegende Zahl meiner Gesprächspartner vor allem aus dem Gewerbe) deutlichen Aufwind. Das liegt natürlich auch an öl- und gasgeschockten Endverbrauchern und am strengen Winter. Viele Auftragsbücher sind auf längere Sicht voll. Und genau das war der Grund, dass wir in der letzten Vorstandssitzung gesagt haben: Wir wollen dass dies so bleibt und dass die Geschäftsentwicklung auch übers Jahr für alle Beteiligten wesentlich besser aussieht als in manchen anderen Branchen oder gar in anderen Ländern. Deshalb haben wir noch einmal zusätzliches Geld in die Hand genommen und beauftragten eine Werbekampagne. Sie wurde sofort gestartet und soll auch sofort wirken. Irgendwie in kleinem Rahmen vergleichbar dem, was unser Staat im Großen tut: Investitionen zum richtigen Zeitpunkt zahlen sich auf längere Sicht für alle Beteiligten aus.
Wolfgang Kippes



