Kachelofenverband

„Na als dann“ sprach der Kaiser

Von • Apr 21st, 2009 • Thema: Zwischenruf

Dieses „Na als dann“ sagt er genauso gerne wie „Er muss ein bisserl brav sein!“ – der Robert Palfrader in der Sendung „Wir sind Kaiser“. Zwei Spitzenpolitiker waren jetzt besonders brav, obwohl sie noch gar nicht beim Kaiser zu Gast waren: Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und sein Kollege aus dem Umweltressort Niki Berlakovich. Die beiden haben letzte Woche den Startschuss für die neue „Energiestrategie Österreich“ gegeben. Laut EU – Vorgabe muss unser Land bis zum Jahr 2020 34 Prozent des Energieverbauchs aus erneuerbaren Quellen decken. Das soll mit einem umfangreichen Konzept erreicht werden, das auf den der Säulen Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und erneuerbarer Energie basiert. Na als dann.

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Es wurden klare Worte gesprochen: „Die Gaskrise zu Beginn des Jahres hat die Abhängigkeit von Energieträgern deutlich aufgezeigt. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energieträger und konsequente Steigerung der Energieeffizienz können wir bis 2020 die EU-Vorgaben zeitgerecht einhalten. Österreich hat enormes Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energieträger. Unser Ziel muss es sein, unabhängiger von Öl- und Gasimporten zu werden und mithilfe moderner Umwelttechnologien langfristig Österreichs Energieautarkie anzustreben”, fordert Berlakovich. Dieses Ziel wollen er und sein Kollege nicht per Verordnung erreichen, sondern mit einem Netzwerk.

Die Energiestrategie soll nämlich durch eine Vielzahl von Organisationen aus dem öffentlichen und privaten Sektor getragen werden. Bund, Länder und Unternehmen spielen auf allen Ebenen zusammen und bilden mit den Sozialpartnern und NGOs ein professionelles Energie-Netzwerk. Ein Beratungsunternehmen wurde mit der Koordination dieser Zusammenarbeit beauftragt und soll bereits Ende Juni einen Entwicklungspfad erstellen, der die Erreichung der gesetzten Ziele in Einzelschritten zeitlich festschreibt.

Wahrscheinlich habe Sie diese Nachricht gar nicht mitbekommen, obwohl sie für unser aller Zukunft von ungeheurer Bedeutung ist. Die Meldung von der Präsentation der Energiestrategie ging nämlich zwischen den Berichten über Lehrerstreik und (wieder einmal) Wirtschaftskrise völlig unter. Unfassbar. Zum Beispiel hat laut ORF – Konzept die ZIB den öffentlich-rechtlichen Auftrag, die politischen Tagesereignisse aufzuarbeiten.

In keiner der drei Nachrichtensendungen wurde an jenem Freitag den 17. April ein Wort über die neuen Chancen der Energieversorgung in Österreich verloren. Auch keine der auflagenstärksten Tageszeitungen titelte am folgenden Samstag mit diesem Thema. Die 80-seitige „Krone“ und „Österreich“ erwähnten die Geschichte überhaupt nicht, die sonst so umsichtige „Presse“ brachte einen schmächtigen Einspalter, der „Kurier“ druckte eine verkürzte apa-Meldung im Wirtschaftsteil. Lediglich der „Standard“ befasste sich etwas ausführlicher mit der Energiestrategie.

Dabei gab es in den Nachrichtenagenturen geradezu eine Anhäufung von Meldungen. Die KOV Öffentlichkeitsarbeit hatte die Nachrichtenlage in der Austria Presse Agentur (apa) natürlich verfolgt und teilte mir mit, dass dort zunächst ausführlich über die Präsentation der beiden Minister berichtet wurde. Danach gab es im Minutenabstand Stellungnahmen aus allen Richtungen: Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer begrüßten die Initiative unisono. Sogar die Grünen rangen sich positive Worte in Richtung Regierungsbank ab.

Genau wie Greenpeace und E-Control. Höchstes Lob kam natürlich von einschlägigen Interessensverbänden wie IG Windkraft, Austria Solar und von der IG Passivhaus. Dazu kamen dann noch Meldungen von Gruppierungen, die mir bislang völlig unbekannt waren. Lassen Sie mich ein negatives und ein positives Beispiel nennen: Wussten Sie, dass eine Umweltorganisation namens „VIRUS“ gibt? Die äußerten sich kritisch zur neuen Strategie und warfen dabei mit Worten um sich, die man kaum aussprechen und noch weniger verstehen kann. Oder ist allen auf Anhieb klar, was „Endenergieverbaucherssektoren“ und „Effizienzsteigerungspotentiale“ sind? Man kann sich denken was das für Leute sein müssen.

Angenehm aufgefallen ist allerdings ein anderes – mir bisher unbekanntes Wesen. Ein Verein nämlich, der von Zielsetzung und Struktur unserem Verband durchaus ähnlich ist. Ich kannte in nur nicht, weil er weitgehend im Hintergrund tätig ist, aber offenbar beachtliche Leistungen repräsentiert: „Kleinwasserkraft Österreich“. Dieser 1978 gegründete Verein vertritt Betreiber und Zulieferindustrie von Kleinkraftwerken mit einer Leistung bis 10 MW. Davon gibt es sage und schreibe 2.400 in Österreich! Die können acht Prozent des gesamten Stromverbrauches erbringen und damit 1,5 Millionen Haushalte dezentral versorgen.

Aber zurück zur Energiestrategie und zu den Meldungen darüber, die sie alle nicht gelesen haben, selbst wenn Sie ein fleißiger Zeitungsleser sind, weil nichts davon veröffentlicht wurde. Das ist schade, wenn man mal von dieser Virus–Gruppe absieht, die offenbar genau das ist, was der Name sagt. Aber alles andere hat für unsere Branche natürlich eine eminente Bedeutung. Der Österreichische Kachelofenverband hat davon abgesehen, sich in die Schlange derjenigen einzureihen, die Presseaussendungen produzieren, die dann eh nicht gedruckt werden.

Wir werden uns stattdessen aktiv an dem nunmehr angekündigten Prozess beteiligen. Denn wir haben gleich über drei Schienen Zugang zu dem Netzwerk, das die Energiestrategie Österreich verifizieren soll: Wir sind als Partner von klima:aktiv eingebunden. Wir haben mit dem Verbandsgeschäftsführer Dr. Thomas Schiffert ein Vorstandsmitglied im Biomasseverband und wir sind über den Bundesinnungsmeister und die Landesinnungsmeister unmittelbar in den Wirtschaftskammern präsent. Sie alle werden in dem Energie – Netzwerk wesentliche Beiträge leisten. Und wir mit ihnen. Na als dann!

Wolfgang Kippes

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Der Österreichische Kachelofenverband ist die Dachorganisation der österreichischen Hafner und ihrer Zulieferindustrie. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Hafnerprodukte (Kachelofen, Kachelkamin, Kachelherd, Ganzhausheizung,…), die Betreuung von Hafnern, die Beratung von Endkunden, die Aus- und Weiterbildung der Hafnermeister, Öffentlichkeitsarbeit für Hafnerprodukte (Kachelöfen, Kachelkamine, Kachelherde, Ganzhausheizungen,…) und die Veranstaltung der größten europäischen Fachmesse für Kachelofenbau und Wohnkeramik, KOK Austria. Der Österreichische Kachelofenverband betreibt die Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner, die führend bei der Entwicklung von Kachelofen & Co. ist. Die Webseite enthält wesentliche Informationen (auch Bilder) zu Kachelofen, Heizkamin, Herd, Speicherofen, Grundofen, Backofen, Kachelofenheizung. Mehr Informationen zum Österreichischen Kachelofenverband finden Sie hier.
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