Kachelofenverband

Feinstäube-eine Familie von Größeren, Mittleren und ganz Kleinen

Von • Mrz 20th, 2009 • Thema: Feinstaub

Aber der Reihe nach – wobei sich einige technische Fachbegriffe nicht vermeiden lassen. Wie der Name schon sagt ist der Feinstaub ein Teil des Gesamtschwebestaubs, der als TSP bezeichnet wird. TSP ist die Abkürzung für „Total suspended Particulates“ und heißt übersetzt eigentlich „Gesamtschwebepartikel“ .

Schwebestaub bedeutet, dass feste und flüssige Teilchen in einem Gas verteilt sind, und zwar so, dass es zu keinen oder nur ganz langsamen Absetzerscheinungen kommt. Dies passiert nur bei ganz kleinen Teilchen, bis zu einem aerodynamischen Durchmesser von ca. 57 Mikrometern (Mikrometer = 1/1000 mm). Diese Gemische nennt man „Aerosole“, was bedeutet, dass sich dieses Gemisch wie eine Flüssigkeit verhält. Er ist ein heterogenes, sehr komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen. Es gibt keine einheitliche Zusammensetzung des Staubs, weder physikalisch noch chemisch.

Auch der Feinstaub, der als PM10 (PM = particulate matter – soviel wie Durchmesser), mit einem aerodynamischen Durchmesser von maximal zehn Mikrometer) bezeichnet wird, ist ein Teil von TSP. Daher ist auch seine chemische und physikalische Zusammensetzung sehr komplex und unterschiedlich. Die Grenze von zehn Mikrometer wurde aus medizinischen Gründen gewählt, weil feinere Partikel den Kehlkopf passieren können und somit bis in die Lunge gelangen können.

Da alle Partikel kleiner als zehn Mikrometer im Feinstaub erfasst werden, werden auch die feinen und ultrafeinen Partikel in dieser Kategorie mitgezählt. Vor allem die ultrafeinen Partikel (sie sind kleiner als 0,1 Mikrometer) haben zwar massenmäßig (unter 1% der gesamten PM10-Masse) den geringsten Anteil, sind aber durch den extrem kleinen aerodynamischen Durchmesser, und somit auch durch den extrem kleinen Durchmesser des wahren Partikels, sehr gesundheitsgefährdend, da sie bis in die Alveolen (Lungenbläschen) vordringen können, in der Lunge

abgelagert werden und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden können. Der Massenanteil der feinen Partikel (PM 2,5) ist mit etwa dreiviertel der Gesamtmasse am größten. Der Rest sind grobe Artikel mit einem aerodynamischen Durchmesser zwischen 2,5 und 10 Mikrometer.

Die Entstehung und Herkunft der einzelnen Partikelgrößen sind sehr unterschiedlich. Die ultrafeinen Partikel stammen überwiegend aus Verbrennungsprozessen, die groben Partikel zwischen 2,5 und 10 Mikrometer aus natürlichen Prozessen und aus Abriebsprozessen und die feinen Partikel zwischen 0,1 und 2,5 Mikrometer sind zum überwiegenden Teil sekundären Ursprungs und bilden sich durch Gas-Partikelkonversion und andere Bildungsmechanismen aus den Vorläufersubstanzen SO2, NOx, NH3 und VOC.

PM10 kann man grob in zwei verschiedene Fraktionen einteilen: primäre Partikel, die direkt an den Schadstoffquellen gebildet und ausgestoßen werden und sekundäre Partikel, die sich erst in der Atmosphäre aus Vorläufersubstanzen bilden.

Zu den primären Partikeln gehören Partikel, die aus jeglicher Art von Verbrennungsprozessen (Verbrennungsmotoren in Fahrzeugen und auch stationäre Verbrennungs-Anlagen) stammen, aber auch Abriebspartikel, wie sie im Straßenverkehr von den Reifen, Bremsen oder vom Split, aus der metallverarbeitenden Industrie oder aus der Bautätigkeit stammen. Die sekundären Partikel werden aus Vorläufersubstanzen wie Stickstoffoxid, flüchtige organische Verbindungen, Schwefeldioxid oder Ammoniak gebildet.

Zur PM10-Belastung der Luft tragen alle Bereiche bei: Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Haushalte. Es ist zwar unstrittig, dass die ersten beiden als Hauptverursacher ermittelt wurden. Dennoch unterscheiden sich viele Statistiken und die daraus folgenden Diagramme teils deutlich voneinander. Nachfolgende Grafik des Österreichischen Kachelofenverbandes beruht auf einer europaweiten Ermittlung der Universität Stuttgart und des VDI (Verband Deutscher Ingenieure), die sich mit den Werten des Umweltbundesamtes Österreich und weitgehend den Erhebungen der Stadt Wien deckt.
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Die Grafik zeigt, dass Kleinfeuerungen mit zehn bis zwölf Prozent an Feinstaub-Emissionen beteiligt sind. Das wird durch drei Zahlen aus Österreich untermauert. Wien liegt sogar noch etwas unter diesem Wert und gibt im Umweltbericht 2002/2003 den Anteil des „Hausbrandes“ mit neun Prozent an, Verkehr mit 71 % und Industrie mit 20%.

Eine Statuserhebung bei Feinstaub in den Jahren 2002 und 2003 im Stadtgebiet von Feldkirch sieht die Heizung (lokal/regional) bei 12 Prozent, den Verkehr bei 39% und sonstige bei 49%.

Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung listet im „Programm zur Feinstaubreduktion in der Steiermark“ im Oktober 2004 den „Hausbrand“ mit 10,4 % auf. Verkehr mit 52,2%, die Industrie mit 20,1% und den Beitrag der Landwirtschaft mit 11,3%.

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