Raus aus dem Ölschock – rein in die Gaskrise
Von marika • Mrz 20th, 2009 • Thema: Unser LeitartikelDas belebt zwar die Nachfrage, aber „auf die Schnelle“ profitieren andere
Putin hat den Hahn zugedreht. Alle Jahre wieder könnte man sagen. Denn schon am Neujahrstag 2006 hatte Russland die Gasanlieferung in die Ukraine abrupt gestoppt.
Die Folge waren damals schon Lieferengpässe in Mitteleuropa. Im Vorjahr hatte der damalige russische Präsident die Hand schon wieder am Absperrventil. Man einigte sich in letzter Sekunde. Diesmal nun traf es vor allem unsere Nachbarn in Osteuropa ausgerechnet in einem bitter kalten Winter. Im Gegensatz zu Österreich hat man weiter östlich keine satt gefüllten Vorratsspeicher. Die Folge: In den Städten blieb die Fernwärme weg und überall dort, wo mit Gaskraftwerken Elektrizität gewonnen wird, fiel auch noch der Strom aus. Die Menschen plünderten die Regale mit Wärmestrahlern in den Elektroläden und schleppten Unmengen billigster Holzöfen aus den Baumärkten ab.
Soweit ist es bei uns nicht gekommen. Dennoch haben die üblichen reißerischen Horrormeldungen der Medien durchaus Panik verbreitet. So etwas führt zu Kurzschlussreaktionen unter den Leuten. Viele legen sich „sicherheitshalber“ einen (im Betrieb sündteuren) Strahler zu oder holen sich einen Kaminofen für schlappe 300 Euro. Da hat man dann zwar für eine warme Bude gesorgt wenn es zu einem Totalausfall der Gaslieferungen kommen würde. Was aber ist mit Warmwasser – das kommt nämlich im überwiegenden Teil österreichischer Haushalte aus der Gastherme. Omas Wasserkessel vom Dachboden holen und aufs Öfchen stellen? Oder vielleicht eine Elektroplatte kaufen, die noch mehr Strom frisst als der Wärmestrahler?
Die Lösung kann nur sein, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Unsere Branche ist geradezu ideal prädestiniert, den Kunden Produktlösungen anzubieten, die Versorgungssicherheit und dazu noch konstant niedrige Heizkosten garantieren. Man muss das der Öffentlichkeit halt immer wieder sagen, bevor andere aufgrund der dargestellten Kurzschlussreaktionen davon profitieren. Deshalb hat der der KOV sofort nach bekannt werden des Gaslieferstops eine Aussendung über die Austria Presse Agentur (apa) veranlasst, in der die Probleme aufgezeigt und Lösungen angeboten werden. Die Meldung wurde per Newsletter auch an die Mitglieder und alle Hafnerbetriebe weitergeleitet, damit auch vor Ort im Kundengespräch darauf eingegangen wird.
Es sind im Moment tatsächlich die krisengeborenen Argumente kaufentscheidend für den Kachelofen oder eine mit ihm verbundene Ganzhausheizung, die dann auch fürs Warmwasser sorgt. Neben dem Problemkreis der Versorgungsgefährdung durch die Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern bleibt natürlich auch das Thema Heizkosten brandaktuell. Die Berg- und Talfahrt des Rohölpreises war im Jahr 2008 tatsächlich atemberaubend und zeigte, dass Heizkosten bei fossilen Energieträgern nahezu unberechenbar geworden sind. Lag die Ölnotierung Anfang 2008 bereits bei 100 US-Dollar pro Barrel kletterte sie bis zur Jahresmitte auf rund 140 Dollar. Ab August donnerte die Preisentwicklung wieder talwärts und erreichte Mitte Dezember mit rund 34 Dollar den Jahrestiefststand (siehe Grafik). Aber der hielt nur wenige Tage. Das Handelsgut Erdöl reagiert nämlich nicht wie andere Güter nur auf Angebot und Nachfrage, sondern auch auf Naturkatastrophen, Unglücke und politische Wirren: Kaum starteten die Israelis Ende Dezember ihre Offensive gegen radikale Palästinenser schnellte der Preis sofort wieder über die 40 Dollar-Marke.
Es ist klar, dass der Verband sowohl in seinen neuen Werbeauftritten, als weiterhin auch in der PR-Arbeit die Spitzenthemen Versorgung und Heizkosten mit hoher Präferenz einsetzen wird. Das Wohlfühlen und die anderen Vorzüge des Kachelofens kriegt der Kunde ja ohnehin – sozusagen gratis und franko – dazu.
Die „Öl-Fieber-Kurve“ zeigt es mehr als deutlich: Die Heizkosten für Öl und das daran gekoppelte Gas sind nicht nur langfristig, sondern bereits kurzfristig unkalkulierbar geworden. Quelle: TECSON




