Kachelofenverband

Die Menge allein sagt zuwenig über Gesundheitsgefahren

Von marika • Mrz 20th, 2009 • Thema: Feinstaub, Heizkosten

Entscheidend für mögliche Gefahren ist also die Größe der Partikel. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie diese verteilt sind. Aus dem Grund hat Prof. Dr. Hofbauer in seiner Studie besonderen Wert auf diesen Aspekt gelegt und belegt durch eine Analyse der Oberfläche, auf der die einzelnen Partikel verteilt sind, dass zum Beispiel Feinstaub aus Dieselruß wesentlich gefährlicher ist, als Feinstaub aus Holzfeuerungen.

In diesem Zusammenhang fordert Hofbauer eine Abkehr von den üblicherweise praktizierten Bewertungen „Anzahlkonzentration“ und „Massenkonzentration“, die allüberall als alleinige Kriterien für Gefahrenpotenziale verwendet werden. Sowohl erstere, die auf der Partikelanzahl pro Luftvolumen basiert, als auch die zweite mit der Bestimmung der Partikelmasse pro Luftvolumen berücksichtigen nämlich zwei ganz entscheidende Werte überhaupt nicht: Die Korngröße (den „repräsentativen Querschnitt) und die für chemische Reaktionen entscheidende Oberfläche. Die folgende Tabelle zeigt am Beispiel von Diesel-Russ, Kfz-Aufwirbelungen und Holzfeuerungen, dass sich bei gleicher Volumsverteilung von Körnern mit unterschiedlichen Durchmessern eine Bewertung von Gesundheitsgefahren erst durch die Evaluierung der Oberflächenverteilung ergibt.

art des feinstaubes 1 570x163 Die Menge allein sagt zuwenig über Gesundheitsgefahren

Aus der Tabelle geht klar hervor, dass ausgehend von einer Massen- oder Volumenverteilung für einen Feinstaub mit einem repräsentativen Durchmesser von 30 nm (Diesel-Russ) im Vergleich zu einem Feinstaub mit einem repräsentativen Durchmesser von 200 nm (Holzfeuerung) eine Verschiebung der Anteile um den Faktor von 44 zugunsten der Holzfeuerung ergibt. Weil nun genau dieser Wert das wirkliche Gefährdungspotential definiert, kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Toxizität von Feinstäuben aus Holzfeuerungen signifikant geringer ist, als die von Feinstäuben aus Diesel-Russ.

Insgesamt kommt Prof. Dr. Hermann Hofbauer zu folgenden Bewertungen:

  • Mehr als 50 Prozent des Feinstaubes stammt nicht aus lokalen Quellen, sondern aus Ferntransporten.
    Feinstaub aus den Holzfeuerungen der Kleinverbraucher hat in Österreich und generell in Mitteleuropa einen wesentlich geringeren Anteil als vergleichsweise Emissionen durch Industrie und Verkehr.
    Feinstäube aus dem Kleinverbraucherbereich haben nur geringe Anteile an ultrafeinen, für den Menschen gefährlichen Partikeln, während Feinstäube aus dem Verkehr deutlich größere Anteile ultrafeiner Partikel aufweisen.
Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlassen Sie doch einen Kommentar!